Wer im Labor mit einem Gasbrenner arbeitet, kennt die Situation: Der Versuch ist beendet, das Nadelventil am Brenner wird vollständig zugedreht – doch die Flamme erlischt nicht. Stattdessen brennt eine kleine gelbliche Flamme weiter.
Was zunächst wie ein Defekt oder eine Undichtigkeit wirkt, ist in Wirklichkeit eine wichtige Sicherheitsfunktion. Dieses Verhalten ist bei Laborbrennern nach DIN 30665-1 ausdrücklich vorgesehen.
Ein normgerechter Laborbrenner darf sich über seine eigenen Einstellgeräte – beispielsweise Nadelventil oder Gashahn – nicht vollständig abschalten lassen. Auch bei vollständig geschlossenem Einstellventil bleibt ein geringer Gasdurchfluss bestehen, sodass eine kleine Flamme weiterbrennt.
Der Grund dafür liegt in den Sicherheitsanforderungen für Laboratorien.
Die in der DIN 30665-1 vorgesehene Restflamme verfolgt ein klares sicherheitstechnisches Ziel: Der Brenner kann nicht allein über seine eigenen Einstellgeräte abgeschaltet werden. Dadurch wird der Anwender gezwungen, die zentrale Gasversorgung am Labortisch zu schließen. Das anschließend noch im Verbindungsschlauch befindliche Gas wird kontrolliert verbrannt. So bleibt kein Gas unter Druck im Schlauch zurück und ein unbeabsichtigter Gasaustritt wird vermieden.
Ohne diese Sicherheitsfunktion könnte folgender Fall eintreten:
Die verbleibende Flamme macht dagegen sofort sichtbar, dass die Gasversorgung am Arbeitsplatz noch aktiv ist.
Viele Anwender setzen die vorgeschriebene DIN-Funktion mit einer Sparflamme gleich. Tatsächlich sind dies jedoch zwei unterschiedliche Dinge.
Bei Brennern mit Sparflamme brennt eine sehr kleine gelbe Flamme an einem separaten, aus dem Brennerrohr herausragenden Röhrchen weiter. Sie ist etwa mit einer Kerzenflamme vergleichbar und dient als Bereitschaftsflamme. Sie erfüllt die DIN-Funktion.
Auch Brenner ohne Sparflammeneinrichtung erfüllen die Anforderungen der DIN 30665. In diesem Fall wird der Gasstrom auf das konstruktiv mögliche Minimum reduziert. Die verbleibende Flamme ist deutlich kleiner als die normale Betriebsflamme, jedoch wesentlich größer als eine klassische Sparflamme.
Dies führt beim Anwender häufig zu Irritationen, obwohl der Brenner normgerecht funktioniert.
Drehen Sie anschließend das Nadelventil bzw. den Gashahn am Brenner zu.
Schließen Sie die für Ihren Arbeitsplatz vorgesehene Gasversorgung. In vielen Laboratorien erfolgt dies über den Gashahn am Labortisch. In Schulen wird häufig zunächst die zentrale Gasabsperreinrichtung am Lehrertisch geschlossen.
Warten Sie, bis das im Leitungssystem und im Verbindungsschlauch verbliebene Gas vollständig verbrannt ist. Die Flamme (auch die Sparflamme oder Restflamme) wird kleiner und erlischt schließlich von selbst.
Wenn ein Laborbrenner beim Zudrehen des Nadelventils nicht vollständig ausgeht, handelt es sich nicht um einen Defekt, sondern um eine vorgeschriebene Sicherheitsfunktion nach DIN 30665. Sie stellt sicher, dass die Gaszufuhr am Arbeitsplatz ordnungsgemäß abgeschaltet wird und kein Gas unter Druck im Verbindungsschlauch verbleibt.
USBECK-Laborbrenner werden nach DIN 30665 gefertigt und regelmäßig durch das Gas- und Wärme-Institut geprüft und zertifiziert. Damit erfüllen sie die aktuellen Sicherheitsanforderungen für den Einsatz in Forschung, Industrie und Lehre.
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