Bei der täglichen Arbeit im Laboratorium gehört das Entzünden des Gasbrenners zu den routiniertesten Handgriffen. Traditionell griffen Laboranten und Schüler hierfür zu Streichhölzern oder mechanischen Gasanzündern mit Reibstein. Moderne Laborbrenner bieten jedoch eine weitaus elegantere und sicherere Lösung: die integrierte Piezozündung.
Was genau verbirgt sich hinter dieser Technologie, wie funktioniert sie physikalisch ohne Batterien oder Stromanschluss und welche handfesten Sicherheitsvorteile bietet sie im Vergleich zur klassischen Anzündmethode? Unser Fachartikel erklärt die Details.
Die Piezozündung verdankt ihren Namen einem physikalischen Phänomen, das bereits im 19. Jahrhundert von den Brüdern Pierre und Jacques Curie entdeckt wurde: dem piezoelektrischen Effekt (abgeleitet vom griechischen Wort piézein für drücken/pressen).
Im Inneren des Zündmechanismus befindet sich ein kleiner, robuster Kristall (meist eine piezoelektrische Spezialkeramik wie Bleizirkonattitanat). Sobald der Anwender den Zündknopf am Brenner drückt, passiert Folgendes:
Die Integration einer Piezozündung an einem Bunsenbrenner, Teclubrenner oder Kartuschenbrenner ist weit mehr als eine reine Komfortfunktion – sie greift direkt in das Sicherheitskonzept des Arbeitsplatzes ein:
Wer einen Brenner mit einem Streichholz oder einem klassischen Feuerzeug entzündet, bringt eine zweite, unkontrollierte offene Flamme in den Versuchsaufbau. Dabei besteht immer das Risiko, dass man sich die Finger verbrennt oder unbedacht heiße Streichholzreste auf dem Labortisch ablegt. Die Piezozündung erzeugt den Funken exakt dort, wo er gebraucht wird: an der Brenneröffnung.
Beim händischen Anzünden benötigt man beide Hände: Eine Hand öffnet das Nadelventil oder den Gashahn, die andere bedient den Anzünder. Bei einem Brenner mit Piezozündung reicht oft ein einziger Handgriff aus, um das Gas strömen zu lassen und gleichzeitig per Knopfdruck sicher zu zünden. Die zweite Hand bleibt frei, um beispielsweise Proben oder Apparaturen zu sichern.
Wird der Gashahn geöffnet und vergehen dann wertvolle Sekunden, weil das Streichholz nicht sofort brennt, sammelt sich unverbranntes Gas über dem Labortisch. Beim anschließenden Zünden kommt es zu einer gefährlichen Verpuffung. Da die Piezozündung synchron zum Gasstrom (oder unmittelbar danach) ausgelöst wird, verbrennt das Gas sofort und kontrolliert.
Da das System die nötige Energie rein mechanisch aus der Verformung des Kristalls gewinnt, benötigt eine Piezozündung weder Batterien noch einen Stromanschluss. Sie ist über Tausende von Zyklen hinweg absolut wartungsfrei und allzeit einsatzbereit.
Obwohl die Mechanik im Inneren extrem langlebig ist, kann die Zündfunktion beeinträchtigt werden, wenn in der rauen Umgebung des Laboratoriums die Pflege vernachlässigt wird:
Die Piezozündung ist der moderne Standard für zeitgemäßes, sicheres und ergonomisches Arbeiten mit Gasbrennern im Labor. Sie eliminiert die Risiken von Streichhölzern und externen Anzündern vollständig und ist dank des cleveren physikalischen Prinzips eine extrem langlebige Investition in Ihre Laborausstattung. Usbeck bietet eine breite Auswahl an hochentwickelten Sicherheitsbrennern, die nach DIN 30665 zertifiziert und mit komfortablen Piezozündungen ausgestattet sind.
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