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Bunsen, Teclu oder Meker? Der Laborbrenner-Vergleich

Wer neue Gasbrenner für das Labor anschaffen möchte, stößt auf drei klassische Bauformen: Bunsenbrenner, Teclubrenner und Mekerbrenner. Alle drei arbeiten nach demselben physikalischen Prinzip, unterscheiden sich jedoch in ihrer Bauform und der Art der Luftregulierung. Während Bunsen- und Teclubrenner im Laboralltag sehr ähnliche Flammeneigenschaften bieten, erzeugt der Mekerbrenner eine breitere und gleichmäßigere Heizfläche.

Alle drei Brennertypen sind sogenannte Vormischbrenner. Das Brenngas strömt mit hoher Geschwindigkeit durch eine Düse im Brennerfuß und saugt nach dem Venturi-Prinzip Umgebungsluft an. Gas und Luft vermischen sich bereits im Brennerrohr und verbrennen anschließend an der Brennermündung.

Über die Luftzufuhr lässt sich die Flamme einstellen:

  • geschlossene Luftzufuhr: leuchtende gelbe Sicherheitsflamme
  • geöffnete Luftzufuhr: blaue, nicht leuchtende und heißere Arbeitsflamme

In der Fachliteratur werden je nach Brennertyp, Gasart und Messmethode unterschiedliche Flammentemperaturen angegeben. Da diese Werte von zahlreichen Einflussgrößen abhängen, eignen sie sich nur eingeschränkt zum direkten Vergleich verschiedener Brenner.

Der vom Chemiker Robert Wilhelm Bunsen populär gemachte Klassiker besitzt ein einfaches, durchgehend zylindrisches Brennerrohr. Die Luftzufuhr wird über eine drehbare Schiebehülse geregelt, welche die seitlichen Luftöffnungen mehr oder weniger freigibt.

Merkmale

  • zylindrisches Brennerrohr
  • Luftregulierung über Schiebehülse
  • einfache und preisgünstige Konstruktion
  • bewährter Standard in Laboren und Ausbildung

Der Bunsenbrenner eignet sich für nahezu alle klassischen Laborarbeiten wie Erhitzen, Sterilisieren oder Glasarbeiten.

Der vom rumänischen Chemiker Nicolae Teclu entwickelte Brenner unterscheidet sich optisch vom Bunsenbrenner: Sein Brennerrohr ist im unteren Bereich konisch (kegelförmig) erweitert. Die Luft strömt von unten in das Rohr hinein. Reguliert wird die Luftzufuhr präzise über eine gewindegeführte Regulierscheibe unterhalb des Brennerrohres.

Merkmale

  • konisch erweitertes Brennerrohr
  • fein dosierbare Luftregulierung über gewindegeführte Regulierscheibe
  • hochwertige mechanische Ausführung

Die konstruktive Ausführung des Teclubrenners ermöglicht eine sehr feinfühlige Einstellung der Luftzufuhr. Nach unserer Erfahrung ergeben sich im praktischen Laborbetrieb gegenüber einem gut eingestellten Bunsenbrenner jedoch keine wesentlichen Unterschiede hinsichtlich Flammenbild oder Einsatzmöglichkeiten. Die Wahl zwischen beiden Brennertypen ist daher in erster Linie eine Frage der bevorzugten Luftregulierung.

Der Mekerbrenner unterscheidet sich deutlich von den beiden anderen Bauformen. Sein Brennerrohr besitzt einen größeren Durchmesser und wird an der Austrittsöffnung durch ein Gitter abgeschlossen. Dadurch wird die Flamme in viele kleine Einzelflammen aufgeteilt. Es entsteht ein breiter, gleichmäßiger Flammenteppich mit hoher Wärmeleistung.

Typische Anwendungen

  • Veraschen von Proben
  • Glühen von Tiegeln
  • großflächiges Erhitzen

  • weniger geeignet für sehr punktuelles Erhitzen

Unabhängig vom Brennertyp muss der Brenner zur verwendeten Gasart passen. Brenner für Erdgas und Propan unterscheiden sich aufgrund des unterschiedlichen Gasdrucks insbesondere in ihrer Düsenausführung und sind nicht ohne Weiteres austauschbar.

Für Labore mit wechselnden Gasversorgungen bieten Allgasbrenner eine flexible Lösung, da sie für beide Gasarten ausgelegt sind.


  • Was ist der Unterschied zwischen Bunsenbrenner und Teclubrenner?
    Beide Brenner arbeiten nach demselben Vormischprinzip und erzeugen bei korrekter Einstellung eine vergleichbare Arbeitsflamme. Der wesentliche Unterschied liegt in der Bauform und der Luftregulierung: Beim Bunsenbrenner erfolgt diese über eine Schiebehülse, beim Teclubrenner über eine fein einstellbare Regulierscheibe.
  • Ist ein Teclubrenner heißer als ein Bunsenbrenner?
    In der Fachliteratur werden unterschiedliche Flammentemperaturen angegeben. Diese hängen unter anderem von der Gasart, der Luftzufuhr, dem Betriebsdruck und der Messmethode ab. Nach unseren Messungen und unserer langjährigen Erfahrung liegen die Unterschiede zwischen Bunsen- und Teclubrennern meist nicht signifikant und spielen im praktischen Laborbetrieb kaum eine Rolle. Entscheidend für die Wahl des Brenners ist daher vor allem die bevorzugte Art der Luftregulierung.
  • Was bedeutet die Belastung (kW) eines Laborbrenners?
    Die Belastung in kW beschreibt nicht, wie heiß die Flamme wird, sondern wie viel Heizleistung der Brenner insgesamt liefert. Ein Brenner mit höherer Belastung kann mehr Wärme an ein Gefäß übertragen und es dadurch häufig schneller erhitzen, ohne dass die Flamme wesentlich heißer sein muss.
  • Ist ein Propanbrenner heißer als ein Erdgasbrenner?
    Nicht wesentlich. Propan besitzt zwar einen höheren Brennwert als Erdgas und ermöglicht dadurch bei gleicher Brennergröße eine höhere Belastung bzw. Wärmeleistung. Die maximale Flammentemperatur liegt jedoch meist nur geringfügig höher und hängt zusätzlich von Faktoren wie Brennerkonstruktion, Luftzufuhr und Betriebsdruck ab. In der Praxis zeigt sich dies vor allem in einer höheren Heizleistung; die Flammentemperatur steigt dagegen nur geringfügig.

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Bunsen-, Teclu- oder Mekerbrenner?
Bauform des Bunsen-, Teclu- und Mekerbrenners

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