Im modernen Laboratorium ist das Erzeugen eines Vakuums für zahlreiche Prozesse unumgänglich – sei es zum beschleunigten Filtrieren mithilfe einer Nutsche (Vakuumfiltration), zum Absaugen von Probenresten oder zum Evakuieren von Exsikkatoren. Während für extrem tiefe Drücke teure, elektrische Membran- oder Drehschieberpumpen nötig sind, bietet die klassische Wasserstrahlpumpe für den Laboralltag eine unschlagbar wirtschaftliche, robuste und wartungsfreie Alternative.
Doch wie funktioniert diese rein mechanische Pumpe ohne Stromantrieb? Welches Endvakuum ist physikalisch überhaupt erreichbar, und worauf müssen Anwender beim Anschluss an den Gashahn oder die Wasserleitung achten? Unser technischer Detailbericht liefert die Antworten.
Die Wasserstrahlpumpe nutzt ein fundamentales Prinzip der Strömungsmechanik: den Venturi-Effekt (benannt nach dem italienischen Physiker Giovanni Battista Venturi). Die Pumpe benötigt für ihren Betrieb keine Elektrizität, sondern rein die kinetische Energie des fließenden Leitungswassers.
Der Prozess im Inneren der Pumpe läuft in drei Schritten ab:
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass man mit einer Wasserstrahlpumpe ein unendlich tiefes Vakuum erzeugen kann, wenn man nur den Wasserhahn fest genug aufdreht. Das erreichbare Endvakuum ist physikalisch limitiert – und zwar durch den Dampfdruck des Wassers.
Wasser fängt bei Raumtemperatur an zu sieden (zu verdampfen), sobald der Umgebungsdruck unter einen bestimmten Wert fällt. Das bedeutet: Die Pumpe kann niemals einen tieferen Druck erzeugen als den Dampfdruck, den das durchfließende Wasser bei seiner aktuellen Temperatur besitzt.
Eine hochwertige Wasserstrahlpumpe von Usbeck ist strömungsoptimiert konstruiert. Bei einem Standard-Leitungsdruck von ca. 3 bis 4 bar liegt der Wasserverbrauch bei etwa 150 bis 200 Litern pro Stunde, während ein effektives Saugvermögen von mehreren Litern Luft pro Minute erreicht wird – absolut ausreichend, um eine Standard-Filternutsche in Sekundenschnelle zu evakuieren.
Im Vergleich zu elektrischen Vakuumpumpen glänzt die Wasserstrahlpumpe durch spezifische Material- und Konstruktionsvorteile:
Damit das Arbeiten mit der Wasserstrahlpumpe absolut fehlerfrei verläuft, sollten zwei Zubehörteile in keinem Versuchsaufbau fehlen:
Bricht der Wasserdruck in der Hausleitung plötzlich ein (weil z. B. jemand im Raum nebenan ebenfalls Wasser zapft), reißt der Unterdruck in der Pumpe ab. Ohne Sicherheitsvorkehrungen würde das Leitungswasser durch den Saugstutzen rückwärts in die evakuierte Laborapparatur (z. B. in die saubere Filtrat-Probe) gesaugt werden.
Die Usbeck-Lösung: Unsere Wasserstrahlpumpen verfügen über ein integriertes oder optionales Rückschlagventil am Saugstutzen, das bei Druckabfall sofort mechanisch verriegelt.
Schalten Sie immer eine Woulffsche Flasche als Puffer zwischen den Saugstutzen der Pumpe und Ihre Apparatur. Sie fängt eventuell doch zurückschlagendes Wasser auf und verhindert gleichzeitig, dass größere Mengen flüssiger Chemikalien direkt in das Abwasser gesaugt werden.
Die Wasserstrahlpumpe ist ein genial einfaches und hocheffizientes Werkzeug der physikalischen Verfahrenstechnik. Durch die geschickte Nutzung des Venturi-Effekts bietet sie im Laborbedarf eine kostengünstige, unkomplizierte und absolut chemikalienresistente Möglichkeit zur Vakuumerzeugung bis an die physikalische Grenze des Wasserdampfdrucks von ca. 16 mbar.
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