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Strömungsmechanik im Einsatz: Details zu Funktion und Leistung der Wasserstrahlpumpe

Im modernen Laboratorium ist das Erzeugen eines Vakuums für zahlreiche Prozesse unumgänglich – sei es zum beschleunigten Filtrieren mithilfe einer Nutsche (Vakuumfiltration), zum Absaugen von Probenresten oder zum Evakuieren von Exsikkatoren. Während für extrem tiefe Drücke teure, elektrische Membran- oder Drehschieberpumpen nötig sind, bietet die klassische Wasserstrahlpumpe für den Laboralltag eine unschlagbar wirtschaftliche, robuste und wartungsfreie Alternative.

Doch wie funktioniert diese rein mechanische Pumpe ohne Stromantrieb? Welches Endvakuum ist physikalisch überhaupt erreichbar, und worauf müssen Anwender beim Anschluss an den Gashahn oder die Wasserleitung achten? Unser technischer Detailbericht liefert die Antworten.

Die Wasserstrahlpumpe nutzt ein fundamentales Prinzip der Strömungsmechanik: den Venturi-Effekt (benannt nach dem italienischen Physiker Giovanni Battista Venturi). Die Pumpe benötigt für ihren Betrieb keine Elektrizität, sondern rein die kinetische Energie des fließenden Leitungswassers.

Der Prozess im Inneren der Pumpe läuft in drei Schritten ab:

  1. Die Verengung (Düse): Das Leitungswasser strömt unter hohem Druck in die Pumpe und wird durch eine sich stark verengende Treibdüse gepresst. Nach dem Kontinuitätsgesetz der Strömungslehre erhöht sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers an dieser Engstelle massiv.
  2. Der Unterdruck: Gleichzeitig sinkt an dieser Verengung der statische Druck des Mediums drastisch ab (Gesetz von Bernoulli). Es entsteht ein starkes lokales Vakuum im die Düse umgebenden Raum.
  3. Das Absaugen: Dieser Raum ist direkt mit dem seitlichen Saugstutzen der Pumpe verbunden. Die Luft (oder das Gas) aus der angeschlossenen Laborapparatur wird durch den Unterdruck angesaugt, vom reißenden Wasserstrahl mitgerissen (Treibeffekt) und gemeinsam über das Abflussrohr nach unten abgeführt.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass man mit einer Wasserstrahlpumpe ein unendlich tiefes Vakuum erzeugen kann, wenn man nur den Wasserhahn fest genug aufdreht. Das erreichbare Endvakuum ist physikalisch limitiert – und zwar durch den Dampfdruck des Wassers.

Wasser fängt bei Raumtemperatur an zu sieden (zu verdampfen), sobald der Umgebungsdruck unter einen bestimmten Wert fällt. Das bedeutet: Die Pumpe kann niemals einen tieferen Druck erzeugen als den Dampfdruck, den das durchfließende Wasser bei seiner aktuellen Temperatur besitzt.

Die Temperatur-Abhängigkeit des Vakuums:

  • Bei einer Wassertemperatur von 12 °C liegt der Dampfdruck bei ca. 14 mbar (Millibar). Dies ist das theoretisch und praktisch erreichbare Endlimit.
  • Bei einer Wassertemperatur von 20 °C steigt der Dampfdruck auf ca. 23 mbar. Das erreichbare Vakuum wird also „schlechter“, je wärmer das Leitungswasser im Sommer ist.

Wasserverbrauch und Saugleistung:

Eine hochwertige Wasserstrahlpumpe von Usbeck ist strömungsoptimiert konstruiert. Bei einem Standard-Leitungsdruck von ca. 3 bis 4 bar liegt der Wasserverbrauch bei etwa 150 bis 200 Litern pro Stunde, während ein effektives Saugvermögen von mehreren Litern Luft pro Minute erreicht wird – absolut ausreichend, um eine Standard-Filternutsche in Sekundenschnelle zu evakuieren.

Im Vergleich zu elektrischen Vakuumpumpen glänzt die Wasserstrahlpumpe durch spezifische Material- und Konstruktionsvorteile:

  • Extreme Chemikalienbeständigkeit: Hochwertige Wasserstrahlpumpen (z. B. aus Borosilikatglas, PP oder speziellen Metalllegierungen) sind absolut unempfindlich gegenüber aggressiven Säuredämpfen, Lösungsmitteln oder korrosiven Gasen. Eine elektrische Pumpe würde durch diese Dämpfe innerhalb kurzer Zeit zerstört (Korrosion der Ventile/Membranen).
  • Absolut wartungsfrei: Keine beweglichen Teile, keine Dichtungen, die verschleißen, kein Ölwechsel nötig.
  • Eigensicherheit: Da kein elektrischer Strom fließt, besteht absolut keine Explosionsgefahr (ATEX-Konformität von Natur aus) beim Absaugen von leicht entzündlichen Lösungsmitteldämpfen.
  • Wirtschaftlichkeit: Bruchteil der Anschaffungskosten einer elektrischen Vakuumpumpe.

Damit das Arbeiten mit der Wasserstrahlpumpe absolut fehlerfrei verläuft, sollten zwei Zubehörteile in keinem Versuchsaufbau fehlen:

1. Das Rückschlagventil (Die Pflichtkomponente)

Bricht der Wasserdruck in der Hausleitung plötzlich ein (weil z. B. jemand im Raum nebenan ebenfalls Wasser zapft), reißt der Unterdruck in der Pumpe ab. Ohne Sicherheitsvorkehrungen würde das Leitungswasser durch den Saugstutzen rückwärts in die evakuierte Laborapparatur (z. B. in die saubere Filtrat-Probe) gesaugt werden.

Die Usbeck-Lösung: Unsere Wasserstrahlpumpen verfügen über ein integriertes oder optionales Rückschlagventil am Saugstutzen, das bei Druckabfall sofort mechanisch verriegelt.

2. Die Woulffsche Flasche (Sicherheitswaschflasche)

Schalten Sie immer eine Woulffsche Flasche als Puffer zwischen den Saugstutzen der Pumpe und Ihre Apparatur. Sie fängt eventuell doch zurückschlagendes Wasser auf und verhindert gleichzeitig, dass größere Mengen flüssiger Chemikalien direkt in das Abwasser gesaugt werden.

Die Wasserstrahlpumpe ist ein genial einfaches und hocheffizientes Werkzeug der physikalischen Verfahrenstechnik. Durch die geschickte Nutzung des Venturi-Effekts bietet sie im Laborbedarf eine kostengünstige, unkomplizierte und absolut chemikalienresistente Möglichkeit zur Vakuumerzeugung bis an die physikalische Grenze des Wasserdampfdrucks von ca. 16 mbar.


  • Wie funktioniert eine Wasserstrahlpumpe im Labor?
    Sie funktioniert nach dem Venturi-Prinzip. Fließendes Leitungswasser wird durch eine Verengung gepresst, wodurch sich die Strömungsgeschwindigkeit erhöht und ein starker Unterdruck (Vakuum) entsteht. Dieser Unterdruck saugt über einen seitlichen Stutzen Luft oder Gase ab.
  • Welches Vakuum schafft eine Wasserstrahlpumpe?
    Das erreichbare Endvakuum hängt direkt von der Temperatur des Leitungswassers ab. Bei kaltem Wasser (ca. 12 °C) lässt sich ein exzellentes Feinvakuum von bis zu 14 bis 16 mbar erzielen.
  • Warum saugt die Wasserstrahlpumpe Wasser zurück?
    Wenn der Wasserdruck in der Zuleitung plötzlich abfällt, entsteht in der angeschlossenen Apparatur ein höherer Unterdruck als in der Pumpe selbst. Ein integriertes Rückschlagventil verhindert in diesem Fall effektiv das Zurückfließen von Wasser in die Probe.

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5751 Wasserstrahlpumpe
Wasserstrahlpumpe

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