In vielen Situationen ist ein fester Anschluss an das städtische Erdgasnetz im Labor nicht vorhanden oder schlicht nicht wirtschaftlich – sei es in temporären Forschungscontainern, bei Feldanalysen im Außeneinsatz, in historischen Schulgebäuden oder beim mobilen Arbeiten auf Messen.
Die logische Alternative lautet: LPG (Liquefied Petroleum Gas / Flüssiggas) aus Flaschen oder Gaskartuschen. Doch darf man jeden herkömmlichen Bunsenbrenner, Teclubrenner oder Mekerbrenner einfach an eine Propan- oder Butanflasche anschließen?
Die Antwort lautet: Ja, aber niemals ohne die passende technische Modifikation! Wer hier unbedacht handelt, riskierte schwere Unfälle. Unser Leitfaden erklärt, worauf es ankommt.
Um zu verstehen, warum man Brenner nicht einfach eins zu eins umstecken darf, muss man die physikalischen Eigenschaften der Gasarten vergleichen:
Das Problem liegt in der Geometrie der Gasdüse, die im Fuß des Brenners sitzt.
Da Erdgas weniger Energie pro Volumeneinheit liefert, besitzen Erdgas-Brenner eine relativ große Düsenbohrung, um ausreichend Gas in das Brennerrohr strömen zu lassen. Schließt man diesen unveränderten Erdgas-Brenner nun an eine Flüssiggasquelle mit 50 mbar an, passiert Folgendes:
Damit der Betrieb mit Propan oder Butan absolut sicher und nach den Vorgaben der DIN 30665 abläuft, müssen drei technische Komponenten exakt aufeinander abgestimmt sein:
Flüssiggas-Brenner benötigen eine Düse mit einer extrem feinen Bohrung. Nur so wird die einströmende Gasmenge exakt so dosiert, dass im Brennerrohr ein optimales, zündfähiges Gas-Luft-Gemisch entsteht. Die Flamme brennt dadurch gewohnt ruhig, scharf abgegrenzt und intensiv blau.
Der Druck in einer Propan-Gasflasche kann je nach Außentemperatur weit über 5 bar betragen. Ein direkter Anschluss an den Brenner würde diesen zerstören. Zwischen Flaschenventil und Gasschlauch muss zwingend ein Labor-Druckregler geschaltet werden, der den Druck konstant auf die benötigten 50 mbar herunterregelt.
Beim Kauf von Usbeck-Laborbrennern haben Sie zwei Optionen:
Wer maximale Unabhängigkeit sucht und auf schwere Gasflaschen verzichten möchte, greift zum Kartuschenbrenner. Diese kompakten Geräte nutzen kleine Gaskartuschen (meist mit einem Butan-/Propangemisch).
Da diese Brenner von Vornherein für den Betrieb mit Flüssiggas konstruiert sind, entfällt das Risiko einer Düsenverwechslung. Hochwertige Modelle verfügen zudem über eine integrierte Zündsicherung, die den Gasstrom sofort blockiert, sollte der mobile Brenner im Eifer des Gefechts einmal umkippen oder die Flamme durch Zugluft erlöschen.
Der Betrieb von Laborbrennern mit LPG (Flüssiggas) ist eine absolut sichere und bewährte Methode – sofern die Technik stimmt. Betreiben Sie niemals einen ausgewiesenen Erdgas-Brenner an einer Flüssiggasflasche. Durch den Einsatz dedizierter Flüssiggas-Düsen, passender 50-mbar-Druckminderer oder flexibler Allgasbrenner von Usbeck gewährleisten Sie einen sicheren, rußfreien und normkonformen Versuchsaufbau.
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