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Komfort und Sicherheit: Was ist eine Piezozündung beim Laborbrenner?

Bei der täglichen Arbeit im Laboratorium gehört das Entzünden des Gasbrenners zu den routiniertesten Handgriffen. Traditionell griffen Laboranten und Schüler hierfür zu Streichhölzern oder mechanischen Gasanzündern mit Reibstein. Moderne Laborbrenner bieten jedoch eine weitaus elegantere und sicherere Lösung: die integrierte Piezozündung.

Was genau verbirgt sich hinter dieser Technologie, wie funktioniert sie physikalisch ohne Batterien oder Stromanschluss und welche handfesten Sicherheitsvorteile bietet sie im Vergleich zur klassischen Anzündmethode? Unser Fachartikel erklärt die Details.

Die Piezozündung verdankt ihren Namen einem physikalischen Phänomen, das bereits im 19. Jahrhundert von den Brüdern Pierre und Jacques Curie entdeckt wurde: dem piezoelektrischen Effekt (abgeleitet vom griechischen Wort piézein für drücken/pressen).

Im Inneren des Zündmechanismus befindet sich ein kleiner, robuster Kristall (meist eine piezoelektrische Spezialkeramik wie Bleizirkonattitanat). Sobald der Anwender den Zündknopf am Brenner drückt, passiert Folgendes:

  1. Mechanischer Druck: Der Druck auf den Knopf spannt eine interne Feder. Am Druckpunkt schnellt ein kleiner, federbelasteter Hammer (ein Schlagbolzen) hervor.
  2. Impuls auf den Kristall: Der Hammer schlägt mit hoher Wucht auf den Piezokristall.
  3. Spannung entsteht: Durch die schlagartige mechanische Verformung verschieben sich die Ladungen innerhalb des Kristallgitters. Es entsteht augenblicklich eine extrem hohe elektrische Spannung von mehreren Kilovolt (kV).
  4. Der Funkenüberschlag: Diese Spannung wird über ein isoliertes Kabel an eine Elektrode direkt an der Mündung des Brennerrohres geleitet. Dort entlädt sie sich als kräftiger, blauer Zündfunke, der das ausströmende Gas-Sauerstoff-Gemisch entzündet.

Die Integration einer Piezozündung an einem Bunsenbrenner, Teclubrenner oder Kartuschenbrenner ist weit mehr als eine reine Komfortfunktion – sie greift direkt in das Sicherheitskonzept des Arbeitsplatzes ein:

1. Erhöhte Arbeitssicherheit (Keine offene Fremdflamme)

Wer einen Brenner mit einem Streichholz oder einem klassischen Feuerzeug entzündet, bringt eine zweite, unkontrollierte offene Flamme in den Versuchsaufbau. Dabei besteht immer das Risiko, dass man sich die Finger verbrennt oder unbedacht heiße Streichholzreste auf dem Labortisch ablegt. Die Piezozündung erzeugt den Funken exakt dort, wo er gebraucht wird: an der Brenneröffnung.

2. Einhandbedienung

Beim händischen Anzünden benötigt man beide Hände: Eine Hand öffnet das Nadelventil oder den Gashahn, die andere bedient den Anzünder. Bei einem Brenner mit Piezozündung reicht oft ein einziger Handgriff aus, um das Gas strömen zu lassen und gleichzeitig per Knopfdruck sicher zu zünden. Die zweite Hand bleibt frei, um beispielsweise Proben oder Apparaturen zu sichern.

3. Reduzierung des Verpuffungsrisikos

Wird der Gashahn geöffnet und vergehen dann wertvolle Sekunden, weil das Streichholz nicht sofort brennt, sammelt sich unverbranntes Gas über dem Labortisch. Beim anschließenden Zünden kommt es zu einer gefährlichen Verpuffung. Da die Piezozündung synchron zum Gasstrom (oder unmittelbar danach) ausgelöst wird, verbrennt das Gas sofort und kontrolliert.

4. Verschleißfrei und unabhängig

Da das System die nötige Energie rein mechanisch aus der Verformung des Kristalls gewinnt, benötigt eine Piezozündung weder Batterien noch einen Stromanschluss. Sie ist über Tausende von Zyklen hinweg absolut wartungsfrei und allzeit einsatzbereit.

Obwohl die Mechanik im Inneren extrem langlebig ist, kann die Zündfunktion beeinträchtigt werden, wenn in der rauen Umgebung des Laboratoriums die Pflege vernachlässigt wird:

  • Verschmutzung der Elektrode verhindern: Beim Erhitzen von Proben oder beim Einkochen von Lösungen kann es passieren, dass Flüssigkeiten überkochen und das Brennerrohr herunterlaufen. Setzen sich Salze oder Ruß an der Zündnadel (Elektrode) ab, leitet der Schmutz den Strom ab – es entsteht kein Zündfunke mehr.
  • Die richtige Reinigung: Wischen Sie die kleine Metallnadel an der Brenneröffnung bei ausgeschaltetem und abgekühltem Zustand vorsichtig mit einem trockenen oder leicht mit Ethanol angefeuchteten Tuch ab.
  • Abstand prüfen: Die Zündnadel muss einen exakt definierten Abstand zum Brennerrand haben (meist wenige Millimeter). Ist die Nadel durch einen Stoß verbogen, ist der Weg für den Funken zu weit, oder sie berührt das Metall direkt (Kurzschluss). Ein vorsichtiges Zurückbiegen löst das Problem meist sofort.

Die Piezozündung ist der moderne Standard für zeitgemäßes, sicheres und ergonomisches Arbeiten mit Gasbrennern im Labor. Sie eliminiert die Risiken von Streichhölzern und externen Anzündern vollständig und ist dank des cleveren physikalischen Prinzips eine extrem langlebige Investition in Ihre Laborausstattung. Usbeck bietet eine breite Auswahl an hochentwickelten Sicherheitsbrennern, die nach DIN 30665 zertifiziert und mit komfortablen Piezozündungen ausgestattet sind.


  • Wie funktioniert die Piezozündung beim Bunsenbrenner?
    Beim Drücken des Zündknopfes schlägt ein kleiner interner Hammer auf einen Piezokristall. Durch den mechanischen Druck entsteht eine hohe elektrische Spannung, die sich als Zündfunke an der Brennermündung entlädt und das Gas entzündet.
  • Braucht eine Piezozündung im Labor Batterien?
    Nein. Eine Piezozündung arbeitet völlig autark und rein mechanisch. Sie benötigt weder Batterien noch ein Netzkabel, da der elektrische Strom direkt im Kristall durch mechanischen Druck erzeugt wird.
  • Was tun, wenn die Piezozündung am Laborbrenner nicht mehr funkt?
    Häufig ist die Zündelektrode an der Mündung verschmutzt (z. B. durch übergekochte Flüssigkeiten oder Ruß) oder leicht verbogen. Reinigen Sie die Elektrode vorsichtig im kalten Zustand und prüfen Sie, ob der Abstand zum Brennerrohr stimmt.

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1330 Sicherheitsbrenner Nadelventil
Sicherheitsbrenner mit Nadelventil

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